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nigt ſei. Das war eine Freiheit, die der Gefangene nicht erwartet hatte, und eilig und freudig machte er davon Gebrauch. Zwei Schildwachen mit gelade⸗ nem Gewehr deuteten ihm mit ihren Stellungen den Raum an, den er zum Auf⸗ und Abſchreiten benutzen durfte. Mit ſtarken Schritten vollführte er dieſen un⸗ verhofften Spaziergang, denn er hatte das Glück, ſeinem Körper dieſe Bewegung zu gönnen, lange nicht empfunden. Dabei flogen ſeine Blicke weit über Meer und Land hinüber, begrüßten Gottes blauen Himmel und ſchickten ſehnſüchtige Grüße in die Ferne; ſeine Seele aber ſchöpfte neue Kraft aus allen dieſen ſo lange entbehrten Genüſſen. Mit anderen Gefangenen durfte er jedoch niemals zuſammenkommen, deren Spazierſtunde fiel ſpäter am Tage, und da ſeine Fenſter den dazu gewählten Ort nicht beſtrichen, konnte er ſie nicht einmal ſehen.
Um zehn Uhr, als der Gefangene ſein gelüftetes Zimmer eben wieder betreten hatte, erſchien der alte Commandant, ein Mann in den Sechzigen, mit ſtar⸗ kem Bauche, wohlgenährtem, von Blut ſtrotzendem Geſicht und grauen Haaren. Mit gravitätiſcher Miene und den Geberden eines vom Gewichte ſeiner erhabe⸗ nen Amtspflichten niedergedrückten Mannes trat er herein, ſetzte ſich geräuſchvoll auf Henrik's Seſſel und


