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wurden wieder von den Wagen geſchnallt und in ein Zimmer eingeſchloſſen. Ein Haufe Dänen, der ſich lärmend dem Hauſe näherte, wurde eingelaſſen und auf Begehren mit Speiſe und Trank bewirthet. So war es allmälig zehn Uhr geworden und man hielt von däniſcher Seite den Sieg für geſichert. Lang und ſchwer ſchlichen den Einen im Hauſe die Stun⸗ den hin, frohlockend und zechend verpraßten ſie die Anderen.
Da aber ſollte etwas geſchehen, was Niemand er⸗ wartet hatte. Die Schleswig⸗Holſteiner hatten ſich auf der Anhöhe vor Kolding geſammelt und Ver⸗ ſtärkung erhalten, namentlich waren ihnen zwei Bat⸗ terieen ſchwerer Geſchütze zu Hülfe gekommen. Plötz⸗ lich eröffneten ſie damit auf die ſiegträumende Stadt ein mörderiſches Feuer und rückten im Sturmſchritt
von der Höhe herunter. Ihre erſte Bemühung war,
die läſtigen Schiffe zu entfernen, und das gelang ih⸗ nen glücklicherweiſe ſehr bald. Denn dieſe, ihres Ver⸗ luſtes bei Eckernförde noch lebhaft eingedenk, ſuchten, als ſie die Kanonen gegen ſich auffahren ſahen, eiligſt
das Weite. Dadurch hatten die Schleswig⸗Holſteiner
Luft bekommen, wenigſtens war ihre rechte Flanke nicht mehr bedroht. D'rauf und diran gingen ſie nun vor und mit Hurrahgeſchrei nahmen ſie wieder die


