Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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rauſchte in den abgefallenen Blättern, die der klagende Nordweſt von ihren Zweigen geſtreift hatte. Aber auch der Herbſt war vorübergegangen, der

ſchneidende Nordoſtwind flog brauſend über die ſeuf⸗

zenden Wellen und Wälder und trieb alles Lebendige, was nicht draußen zu thun hatte, unter das ſchir⸗ mende Obdach der Häuſer und Hütten; abermals la⸗ gen Meer und Land in eiſigen Feſſeln und die Starr⸗ heit und Erſchlaffung der äußeren Natur ſpiegelte ſich wider in dem wandelbaren Menſchenherzen, welches dem Einfluſſe der Jahreszeiten ebenſo unterworfen iſt, wie die Welle und die Wolke dem Winde gehorcht, den der Athem Gottes über Länder und Meere bläſt.

So finden wir denn des Capitains Familie regel⸗

mäßig alle Abende um den runden Tiſch, auf dem der Theekeſſel ſiedet, in der Nähe des ſtrahlenden Ofens verſammelt, eine harmloſe und um ſo innigere Geſelligkeit darbietend, als ſie von aller Welt abge⸗ ſchieden war, an welcher jedoch Helene, die ſchon lange wieder ihr Epheuhaus bezogen hatte, faſt im⸗ mer Theil nahm. An mancherlei Unterhaltungen über Frieden und Krieg, zu denen die jetzt regelmäßig an⸗ langenden Zeitungen Stoff genug boten, fehlte es ihnen nicht; bald von Sorge niedergeſchlagen, bald von friſcher Hoffnung belebt, wie ſie nun einmal