Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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ſie auch in höheren Kreiſen auf ihrem eingebildeten Rechte, daß man ſogar den Grafen Reventlow⸗Farve, als er nach Kopenhagen ging, um noch einmal die Hand zum gütlichen Uebereinkommen zu bieten, nicht einmal der Ehre würdigte, das zürnende Antlitz ſei⸗ nes königlichen Herrn zu ſehen, ſondern ihn an die Herren Miniſter wies, die bereits den neuen Feldzug eingeleitet, alſo keine Luſt hatten, Recht und Billig⸗ keit einem vermeintlichen Siege vorzuziehen, weshalb er denn auch ohne allen Erfolg von denſelben abge⸗ wieſen wurde.

Da blieb denn den Herzogthümern nichts Anderes übrig, als zu rüſten, was und ſo viel ſie konnten. Und mit einer Rührigkeit, Opferfreudigkeit und Um⸗ ſicht bereiteten ſie ſich auf's Neue vor, ihren Erbfeind nachdrücklich zu empfangen, daß die Leiſtungen der kleinen Ländchen faſt an's Wunderbare gränzen, wenn man ſie mit denen größerer Staaten vergleicht. Nach⸗ dem zunächſt die allgemeine Wehrpflichtigkeit ausge⸗ ſprochen war, legte man Hand an, die vor Kriegsluſt jubelnden Rekruten zu tüchtigen Soldaten auszubil⸗ den, und bald ſtand eine Armee unter den Waffen, wie ſie an Zahl wohl nicht den Dänen gleichkam,

an Ausrüſtung und freudiger Hingebung an die Sache des Vaterlandes aber ihnen bei Weitem überlegen