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webte am großen Webſtuhle der Zeit, und obgleich ſie ein rieſiges Machwerk menſchlicher Fingerfertigkeit zu Stande brachte,, ſo zerriſſen doch alle weislich einge⸗ legten Fäden, als ſie an das Licht und die Luft des freien Gottestages kamen, für den ſie in Anbetracht der nur Geſundheit und Kraft erfordernden Zeit viel zu fein und ſchwach geſponnen waren.
Der geduldige und nur innerlich regſame Geiſt der Schleswiger und Holſteiner blickte mit Erſtaunen auf alle dieſe geheimnißvollen Unternehmungen hin, und nach den Opfern, die ſie ſo bereitwillig gebracht, war es ihnen wohl nicht zu verdenken, wenn ihre Erbitterung eben ſo ſehr wie ihre Sehnſucht wuchs, dem herzloſen Feinde mit größerem Ernſte als das erſte Mal die Zähne zu weiſen und allein durch Kampf eine endliche Entſcheidung herbeizuführen. Und die Dänen ihrerſeits ſchürten das Feuer, wo ſie nur Gelegenheit dazu fanden, immer mehr. Ueberall, wo ihnen geborene Schleswiger oder Holſteiner begegne⸗ ten, ſogar in fremden und neutralen Häfen, ließen ſie ihre Wuth an ihnen aus, mißhandelten und verfolg⸗ ten ſie, wie den für vogelfrei erklärten Auswurf einer verachteten Nation. Selbſt an den deutſchen Beamten, welche die Poſt nach Kolding begleiteten, vergriffen ſie ſich, und ſo eigenſinnig und übermüthig beſtanden


