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Alle von einer ſchweren Laſt bedrückt, was vielleicht ſeinen Grund in der ſchwülen Gewitterluft hatte.
„Gott behüte Euch Alle!“ rief Henrik endlich, und einen letzten Blick auf Helenen werfend, die bleich und ſprachlos unter den Uebrigen ſtand, ſprang er in den Regen hinaus, wo trotzdem die Leute vom Hofe, vor Allen Rasmus Harms und ſeine Familie, ſtanden, um Abſchied von ihm zu nehmen. Gleich darauf ſaß er im Sattel und ſein wackerer Rappe wieherte unter der bekannten Laſt vor Freude, obgleich das Waſſer ſchon von ſeinem Buge troff.„Lebt wohl!“ rief Henrik noch einmal, und dem Pferde die Sporen ge⸗ bend, jagte er durch den Thorweg, im vollen Regen dahin nach der Straße von Apenrade hinüber, um noch denſelben Tag das neun ſtarke Meilen entfernte Schleswig zu erreichen— ein Kinderſpiel für ſolchen Reiter und ſolches Roß.—
Andreas weilte noch immer auf dem Flure des Hauſes und ſchaute auf die leere Stelle im Hofe, wo ſo eben ſein junger Freund geſtanden hatte.„Wie ein Meteor, kommt, leuchtet und verſchwinde r
Menſch!“ flüſterte er in ſich hinein. Doch als er ſich
dabei umdrehte, um in's Zimmer zu gehen, bemerkte er, daß noch Jemand hinter ihm ſtand. Es war He⸗ lene, bleich und kalt, wie vorher; als ſie aber des 4*


