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„Wie, Henrik, das hätten Sie wirklich gethan?“
„Gewiß, Helene, und hier iſt das Buch. Ich war vor einigen Wochen im Auftrage der Regierung in Altona und da beſuchte ich auch einen Buchhändler. Bei ihm ſah ich es und nahm es mit mir, um es Ihnen zu ſenden. Ehe ſich aber dazu eine Gelegen⸗ heit fand, entſchloß ich mich unerwartet ſelber zur Reiſe, und da fiel mir glücklicherweiſe zur rechten Zeit bei meinem eiligen Aufbruche ein, es mit mir zu neh⸗ men. Da iſt es— leſen Sie es und ſagen Sie mir dann bei Gelegenheit, ob Ihnen dieſer Theil ſo gut gefällt, wie der erſte.“
„Henrik!“— Und ſchon hatte ſie das Packet ergriffen, den Umſchlag abgeriſſen und das Buch aufgeſchlagen. „Ja, es iſt es, ich ſehe es. O welche Freude! Wenn Sie wüßten, wie unbegränzt ich dieſes Buch liebe, wie ſehnſüchtig ich es ſo lange erwartet habe und wie ich den Verfaſſer deſſelben, den Niemand kennt, verehre, Sie würden begreifen, einen wie großen Ge⸗ nuß Sie mir mit dieſer ſchönen Gabe bereitet haben. Jetzt wird wieder manche einſame Stunde köſtlich be⸗ reichert und mit erhabenen Gedanken bevölkert ſein — o Henrik, wie, hören Sie nicht?“
Henrik hörte nuͤr zu gut, aber alles Blut ſeines Herzens war ihm in das Geſicht geſtiegen und er


