Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
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Henrik glaubte in den letzten Worten eine Auf⸗ forderung zu finden, ſeinen Beſuch zu beenden. Und

doch hatte er noch ſo viel ſagen wollen. Das mußte

er nun ungeſagt laſſen. Sein perſönliches Intereſſe ſchien ihm in dieſem Augenblicke nicht bedeutend ge⸗ nug, es an das allgemeine zu knüpfen. Tief auf⸗ ſeufzend erhob er ſich und ergriff Helenens Hand. Leben Sie wohl, ſagte er innig,ich gehe mit

denn Sie geben ihn mir zu meiner Begleitung. Aber

Gott iſt ſo groß, daß er bei einer Theilung nie⸗ mals kleiner wird, und ſo laſſe ich auch einen guten Theil von ihm bei Ihnen behalten Sie ihn. Jetzt gehe ich einigermaßen beruhigt von Ihnen, ſo beſorgt ich auch war. In Ihrer Bruſt lebt der Muth eines großen Geſchlechts und die wahrhaft ſtarke Seele ei⸗ ner Auserleſenen. Auch mit Andreas habe ich Ihret⸗ wegen geſprochen, er wird Ihnen ein männlicher Hort ſein. So leben Sie wohl, Helene, mögen wir uns bald glücklicher wiederſehen und dann der Frieden über dieſem ſtillen Meerbuſen lächeln, wo jetzt nur feind⸗ liche Schiffe auf und nieder jagen. Leben Sie wohl!

Und er drückte einen langen Kuß auf ihre Hand, die

ſie ihm, während er ſprach, gelaſſen hatte, und fühlte den warmen Gegendruck der ihrigen, ehe ſie ihn los⸗ ließ. Er trat aus dem Zimmer, aber ſchon auf dem