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und küßte das glänzende Wappen, welches auf einer ihrer Seiten von Helenens zarten Fingern ſelber ein⸗ geſtickt war.
„Sie hegen ſo großes Vertrauen zu mir, wie An⸗ dreas, Helene,“ ſagte er dann,„und ich bin ſtolz, mit ſo reicher Bürde belaſtet zu meinen Freunden zu kommen. Man wird mich ſchon der Gaben wegen, die ich bringe, willkommen heißen, denn Sie und Andreas geben mir mehr mit, als ich mit mir ſelber bringe.“
„Schlagen Sie unſere Leiſtungen nicht zu hoch im Gegenſatze zu den Ihrigen an. Der Kopf und der Geiſt eines tüchtigen Mannes wiegt in heutiger Zeit ſchwerer als Geld— ach ja, ich weiß das wohl zu ſchätzen, und wenn ich Eins bedaure, ſo iſt es, daß ich nicht auch ein Mann bin und ein Schwert ſchwin⸗ gen kann, wie meine braven Landsleute.“
„Sie haben wohl Recht. Aber ich ſchwinge ja auch das Schwert nicht, denn nur mit der Feder kämpfe ich gegen den Feind.“
„Das iſt gleichviel. Wo Arme und Hände Schlach⸗ ten ſchlagen, da muß auch ein Geiſt ſein, der ſie er⸗ denkt, und das iſt in meinen Augen eben ſo ehren⸗ werth. Gehen Sie alſo mit Gott und laſſen Sie von ſich hören, wenn Sie Gelegenheit dazu finden.“


