Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2

Hoffnung, daß der neue König, der am 20. Januar den Thron ſeiner Väter beſtiegen hatte, Einſicht, Wohl⸗ wollen und Gerechtigkeitsgefühl genug in ſich tragen würde, um den lange und ſchwergeprüften Herzog⸗ thümern endlich ihr Recht zu verleihen. Weiter woll⸗ ten ſie nichts, als eben ihr Recht, mehr haben ſie nie gewollt, mehr würden ſie nicht genommen haben, ſelbſt wenn ſie ihren alten Erbfeind, den alles Deutſch⸗ thum methodiſch verſchlingenden Dänen, mit den Waffen zu Boden geſchlagen hätten, die er ihnen mit Gewalt und Liſt in die Hände zwang.

Und worauf ſtützte ſich dieſe kurze Hoffnung der vertrauensvollen Herzogthümer? O, ſie hatten eine ſcheinbar ſichere Stütze, die, wenn ſie auch hie und da im Laufe der Zeiten gebrochen worden war, noch heute, und hoffentlich noch lange Zeit, ihre Kraft und Dauerhaftigkeit in der Meinung der Menſchen be⸗ wahren wird ſie ſtützten ſich auf das Wort eines Königs, der, eben erſt mit dem Purpur bekleidet und mit königlicher Macht ausgerüſtet, das Wort der Milde und Verſöhnung geſprochen, indem er am 24. Januar eine Amneſtie für alle Preß⸗ und politiſchen Vergehen erlaſſen und ſogar am 28. deſſelben Monats gemein⸗ ſchaftliche Stände für das Königreich und die Herzog⸗ thümer nebſt einer Verfaſſung verheißen hatte, welche