die unſinnigen Vorurtheile ſeines Standes und baute Luftſchlöſſer darauf, die alle zuſammenſtürzten, weil ſie eines vernünftigen, dauerhaften Grundes entbehr⸗ ten; in ſeinem Alter aber ward er ein liebender und geliebter Mann, Menſch und Vater, denn er hatte ſeine Vorurtheile als Irrthümer erkannt und ſich ge⸗ beſſert, trotzdem er ein weißes Haupt und ein vom Schmerze der Welt verroſtetes Herz hatte.— O Gott, ja, das laß ihn von mir ſagen und ich werde mit meiner Grabſchrift zufrieden ſein. Amen!—
Während wir an vorſtehender Erzählung arbeiteten, ſind wir verſchiedene Male zu unſerer Belehrung in
der Irrenanſtalt geweſen, in welcher Georg von Bran⸗ ₰ L g
dau ſeine letzten Tage verlebt, und haben uns mit
eeiiggenen Augen von ſeinem Zuſtande und ſeiner all⸗
mälig nahenden Auflöſung überzeugt. In den Händen und unter der ſorgfältigen Leitung eben ſo menſchen⸗ freundlicher wie tief denkender und aufgeklärter Aerzte, geht es ihm leiblich ſcheinbar wohl, aber in geiſtiger Beziehung iſt keine Ausſicht auf ſeine Heilung vor⸗
handen. Nach wie vor bildet er ſich ein, ein Fürſt


