Teil eines Werkes 
2. Theil, 2. Abt. (1858)
Entstehung
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die Vorſehung eingeſchenkt, habe ich nun ausgetrun⸗

ken. Er hat bitter geſchmeckt, ſehr bitter, und mein

Herz iſt tief gedemüthigt worden, aber ich danke Dir dennoch, mein Gott, daß Du mir ſo gnädig geweſen, denn was Du mir auch genommen, es iſt mir doch Viel, o ſo unendlich Viel übrig geblieben. O, wäre ich in jüngeren Jahren ſo weiſe geweſen, wie ich es heute bin, dann hätte ich auch das Verlorene vielleicht noch retten können. Dann wäre ich nicht übermäßig ſtolz geweſen auf meine Geburt, mein Herkommen, mein Eigenthum. Nur der über alle natürlichen Grän⸗ zen hinausgehende Stolz und Hochmuth hat meine Familie beinahe zu Grunde gerichtet. Jetzt ſehe ich endlich ein: es giebt eine höhere Berechtigung in der Welt, als die Abſtammung, das Herkommen von einer Familie, die nichts beſitzt, als den im Winde der Zei⸗ ten verſchwindenden Schall eines werthloſen Namens. Der Geiſt der Bildung, der aus dem Füllhorn des Himmels ſich über die Völker ergoſſen und alle Tage mehr ergießt, die Aufklärung und Verſittigung des Herzens, endlich aber die erfolgreiche Arbeit der menſch⸗ lichen Hände hat den Sieg gewonnen über die blinde Zuverſicht, das unthätige Zuſchauen und die dünkel⸗

hafte Ueberhebung ſich bevorrechtet glaubender, nur

dem Genuſſe lebender Stände. Man kann glücklich,