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Leidenſchaftlichkeit durchblicken ließ. Er hatte ein ſchönes, glänzendes, faſt bis auf die Schultern herabwallendes Haar, auf deſſen Pflege er eine außerordentliche Sorg⸗ falt verwandte, nicht minder auf ſeinen ſtarken Bart, der ſein ganzes Geſicht einrahmte und am Kinn mit einem in der vornehmen Geſellſchaft nicht allzu be⸗ liebten Ziegenbart ſchloß. Ihm ſtand dieſer Wald von Haar indeſſen ganz natürlich, und da er ein Aus⸗ länder war, konnte man ihm dieſe kleine Abweichung von der Sitte des Tages ſchon vergeben. Seine Au⸗ gen waren ziemlich klein, ſcharf geſchlitzt und hatten beinahe etwas Tartariſches in ihrer Form, denn die äußeren Winkel derſelben liefen, wenn er ruhig blickte, in eine leiſe nach oben geſchweifte Linie aus. Die Farbe dieſer kleinen Augen war, wie einige Damen ſagten, rabenſchwarz, gleich Bart und Haar, biswei⸗ len aber glühten ſie flammenartig, und dann war ſeinem Blicke ſtets etwas düſter Unheimliches beige⸗ ſellt, was das Intereſſante ſeiner Erſcheinung um ein Bedeutendes erhöhte. Seine Wangen, ſo viel von ihnen wegen des ſtarken Bartes zu ſehen war, hatten eine ächt ariſtokratiſche Farbe und Fülle, denn ſie ent⸗ behrten jeder Rundung und Friſche, die nur Zeichen eines philiſterhaften Lebens ſind, waren ſogar ſehr bleich und etwas eingefallen, wie bei einem Menſchen,
Baron Brandau. II. 2


