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melancholiſche Irrenhaus, in dem ſie ſo lange gelebt und das ſie ſo innig bisher als ihre Heimat geliebt? Es war in einen trüben kleinen Schatten zuſammen⸗ geſchwunden, über dem ihre frühere Sehnſucht dahin nur wie ein kleiner Nebel dunkeler Erinnerung ſchwebte.
Alle dieſe inneren Vorgänge, die wir hier mit ſo vielen Worten anseinanderſetzen mußten, um ſie klar und anſchaulich zu machen, bedurften zu ihrer Ent⸗ ſtehung und Vollendung in dem Buſen der zum Be⸗ wußtſein ihrer Stellung, ihres Berufes und ihrer Ge⸗ fühle erwachten Jungfrau nur eines Augenblickes. Und dieſer Augenblick ging noch dazu blitzſchnell vor⸗ über. Dennoch aber hatte er Raum genug gehabt, ſowohl für einen unnennbaren Schmerz, wie für ein unſägliches Glück. Beides war in ein einziges ſüß⸗ ſchmerzliches Gefühl verſchmolzen, für welches die ſo zwiefach Betroffene keinen Namen wußte. Um ſo mehr aber davon durch und durch aufgeregt, ließ ſie unaufhaltſam ihre Thränen fließen, dieſe Dollmetſcher der entgegengeſetzteſten menſchlichen Gefühle, mit de⸗ nen man Wonne und Seligkeit, Wehmuth und Schmerz in das Meer der Empfindung ergießt, und dann, ſchon halb dadurch getröſtet und erleichtert, wandte ſie ſich langſam zur Rückkehr in das Haus ihres Verwandten.


