290
beſchloſſen— denn wir Menſchen können es ja doch nicht ändern!“
Nach dieſem aus ſeinem innerſten Herzen hervor⸗ ſtrömenden Gebete ſtand er auf und ſetzte ſich wieder denkend und überlegend nieder.„Ja, ja,“ ſagte er bald wieder halblaut zu ſich,„ich bin ziemlich gewiß; ſo wird es ſein. Nun, ich— ich werde mich wohl hüten, es irgend einem Menſchen zu verrathen— ich werde wohl ſchweigen— aber Augen und Ohren offen halten werde ich— wie ein Luchs will ich ſie Alle beobachten, um zu rechter Zeit mit der Hülfe bei der Hand zu ſein, wenn ſie nöthig werden ſollte.— „Und dieſes Mädchen,— dieſes herrliche, herrliche Weib— ſollte es vielleicht von der Vorſehung be⸗ ſtimmt ſein— dies große Werk, was ich hier im Kopfe habe, zu vollführen? Ja, ja, nicht umſonſt iſt ſie aus ihrer Verborgenheit gerade jetzt hierhergeführt — in ihren Blicken ſchon liegt Gottes Auge— in ihren Worten ſeine Stimme— dies Weſen hat allein die allbarmherzige Güte da Oben zur Löſung dieſes Räthſels erzogen.— Wohlan denn, jetzt muß ich ih⸗ nen nachgehen, wie zufällig ſie wieder treffen— o
Gott, o Gott, wie wunderbar ſind Deine Wege, die
Du die Menſchen mit und neben einander gehen


