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war ſichtbar von einer tiefgreifenden Erſchütterung be⸗ wältigt. Er ſetzte ſich auf den Raſen, der noch nieder⸗ gedrückt war von der Laſt ſeiner früheren Beſucher, faltete ſeine Hände und dachte lange, bangend und hoffend, über das menſchliche Schickſal und die wunder⸗ baren Fügungen der Vorſehung nach.
„Gott im Himmel,“ ſagte er endlich mit einer Stimme, die von innerer Muſtaiins heiſer klang, und ſank anf ſeine Kniee vor dem Hügel, auf dem er ſaß, nieder,—„hätteſt Du es wirklich zugelaſſen in Dei⸗ nem unerforſchlichen Rathſchluſſe, Deiner Gnade! Ich kniee hier vor dem Grabe D Derjenigen, die ihrem Gatten, meinem armen, ſeit Jahren gequälten Herrn und Freunde drei Knaben gebar. Wäre es möglich
— ſteigen die Todten aus ihren Gräbern hervor? Haſt Du ein Wunder gethan oder hat mich ein Zu⸗ fall geblendet? Iſt mein Geſicht, mein Ohr, alle meine Sinne— ſind ſie von Täuſchung befangen? Nein, nein, nein, ich täuſche mich nicht! Allmäli lig, wie die Wolken vor dem Monde ſchwinden und ſein leuchtendes Antlitz entſchleiern, ſo ſchwinden die Zwei⸗ fel und entſchleiern mir auch dieſes Antlitz immer mehr und mehr. O, Gott im Himmel, gieb uns ganz das helle Licht, damit wir nicht mehr in Finſterniß
irren— dann aber laß das Ende ſein, 5 Baron Brandau. I. 2.


