31 Sie beugte die kecke Dreiſtigkeit des Sohnes um ein Bedeutendes herab. Schnell, blitzartig ſchnell, ging
er verſchiedene Combinationen in ſeinem, in dieſem Punkte erfindungsreichen, Gehirne durch, und ſchließ⸗ lich konnte er ſich nicht verhehlen, daß, wenn im Hintergrunde dieſer Frage ein gewiſſes unerwartetes Etwas ſchlummere, er ſich in ſeinem blinden Ver⸗ trauen auf des Vaters ihn verzärtelnde Gun uſt in einem argen Irrthume befunden habe. 3 ſagt?“ fragte er langſam und ich nicht anders
„Wer mir
weiß es ja ber wie ich.“ „Was weißt Du, was ich darüber denke,“ fuhr
der Alte auf.„Ich denke, meine Gedanken ſind eben
unſicher.„Mein Gott,
meine Gedanken, und kein Menſch auf Erden, als ich ſelber, darf ſich ihrer zu bedienen wagen.“
„Wie? Ich verſtehe Dich nicht, mein Vater.— Haft Du etwa Nachrichten, daß der Verſchollene noch am Leben iſt?“
„Und wenn ich ſie hätte?“
Der junge Baron ſtand verwirrt und erſchüttert vor ſeinem Erzeuger. Das war ihm lange nicht be⸗ gegnet. Er griff nach dem ihm zunächſt ſtehenden Stuhle und zog ihn an ſich heran, wie um ſich darauf zu ſtützen. Dieſer Ausfall des alten Kriegers hatte


