Teil eines Werkes 
1. Theil, [1. Abt.] (1858)
Entstehung
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ſelbſt dann nicht, wenn Sie mich zu beleidigen be⸗ müht ſind, was Ihnen noch niemals bei mir ge⸗ lungen iſt, denn ich kenne Ihre Art zu denken und zu ſprechen, wie kein Anderer ſie kennt, und weiß, wie in der Aufwallung Ihres Zornes Nichts auf der Welt Ihnen heilig iſt, alſo wie ſollte ich armer Mann

Anſpruch auf eine Ausnahme von Ihrer Regel machen

wollen.

Dieſe würdige und mit großer Ruhe geſprochene Erwiderung entwaffnete den durch Ernſt und Nach⸗ druck leicht zu bezwingenden Baron. Er ſchwieg, ſenkte ſein Haupt und ſchritt gedankenvoll auf und nieder. Im Stillen bat er ſchon jetzt den beleidigten Freund um Verzeihung, das wußte dieſer, und darum, und weil er ein guter und verſöhnlicher Menſch war, ver⸗ zieh' er ihm ebenfalls im Stillen. Das Geſpräch nahm daher einen etwas ruhigeren Fortgang, als es bisher gehabt hatte.

Sie nehmen alſo an, daß Ihr älteſter Sohn todt iſt? fragte der Arzt nach geraumer Zeit, nach⸗ dem er ſich ſein ferneres Benehmen überlegt hatte.

Ja, ich nehme es unumſtößlich an und werde danach handeln.

Es giebt aber Leute, die nicht an dieſen van Ihnen unumſtößlich vorausgeſetzten Tod glauben. 2