Teil eines Werkes 
1. Theil, [1. Abt.] (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

278

Amerika gehen ſollen? Ich finde keinen vernünftigen Grund dafür auf. 8

Keinen vernünftigen Grund? rief der Baron laut, dem der Muth wieder zu wachſen anfing, je lebhafter die Erinnerung an die Schmerzen in ihm auftauchte, die dieſer in ſeiner Meinung ſo wider⸗ ſpenſtige Knabe ihm bereitet hatte.Wie wollen Sie bei ſolchen von Gott verlaſſenen Menſchen einen ver⸗ nünftigen Grund ihres Handelns ſuchen? Es iſt der böſe Trieb zum Umſturz des Beſtehenden, die Leiden⸗ ſchaft des Widerſpruchs, der unverwüſtliche Hang zum Leichtſinn, der allein in ihnen waltet und ſie über die Schranken des Schicklichen und Hergebrachten jagt.

Ihr Sohn hatte alle dieſe Untugenden gar nicht oder nur in ſehr geringem Grade, erwiderte der Arzt vorwurfsvoll,am wenigſten aber war er von Gott verlaſſen, denn Gott verläßt keinen Menſchen; die Felhler aber, die Richard hatte, und die Streiche, die er verübte, waren die Fehler und Streiche eines Knaben.

Nehmt Ihr ihn wieder in Schutz, Doktor, fängt das alte Lied von Neuem an?

Es iſt noch nicht zu Ende geweſen, Herr Baron; ich halte es für meine Pflicht, es immer wieder von vorne anzuſtimmen.