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Mann, den Baron nicht mehr beſuchte, war der Doktor Millinger der Mann des Vertrauens des alternden Edelmanns geworden, und wenn ſie ſich auch ge⸗ legentlich in ihren Anſichten etwas ſchroff gegenüber ſtanden, ſo konnte der Baron doch eben ſo wenig ohne den gutmüthigen, ehrlichen und zuverläſſigen Dorfarzt leben, wie dieſer es über ſein Herz zu brin⸗ gen vermochte, den Hof länger als drei Tage zu ver⸗ meiden, wenn ſie einmal derb an einander gerathen waren. So war er denn ſeit Jahren ein Mitwiſſer und Theilnehmer der verſchiedenen gutsherrlichen Freu⸗ den und Leiden geweſen, an welchen letzteren nament⸗ lich es in keiner größeren Familie zu mangeln pflegt. Was den Baron auch drücken und preſſen mochte, nicht ſowohl in ſeinem Körper— denn geſund und kräftig war er wie eine ſtämmige Eiche,— ſondern in ſeiner Seele, ſeinem Herzen: der Doktor wußte oder erfuhr es, und hatte auf dieſe Weiſe nicht ſelten Gelegenhet, nicht nur als Arzt, ſondern auch als juriſtiſcher Rathgeber und geiſtlicher Troſtſprecher ſein Geſchick an den Tag zu legen. Vorzüglich in dieſer letzteren Eigenſchaft mußte er oft bei der Hand ſein, denn das Familienweh war zu allen Zeiten etwas groß geweſen im Hauſe des Barons, und leider allzu häufig hatte ein wilder Sturm um die grauen Locken


