Teil eines Werkes 
2 (1845) Ellen Middleton
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Was iſt's denn für ein Geſchäft? fragte ich, mich auf eine der Bureaubänke niederwerfend; bin ich im Stande, Ihre Stelle zu vertreten?

Du haſt nichts weiter zu thun, als dieſe Schublade zu öffnen, erwiederte er, und ihm für 5000 Pfund Bank⸗ noten zu übergeben, womit morgen früh einige Zahlungen geleiſtet werden ſollen. Es iſt augenblicklich niemand hier, dem ich dieſen Schlüſſel anvertrauen möchte; kannſt Du aber hier bleiben

O iich kann ſchon hier bleiben, ich habe nichts zu

thun. 6 nahm den Schlüſſel zu mir, wünſchte meinem Va⸗ ter guten Abend und überließ mich wieder meinen trau⸗ rigen Gedanken. Ich war ungefähr eine Viertelſtunde allein geblieben, als der Pedell hereinkam und, eine Karte überreichend, mir ſagte, daß ein Herr mich zu ſprechen wünſchte. Einen flüchtigen Blick auf die Karte werfend, gerieth ich in Beſtürzung, als ich den Namen darauf ge⸗ wahr wurde. Ich befahl dem Pedell, den Herrn ins Privatzimmer meines Vaters zu führen und folgte ihm, feſt entſchloſſen, einen Streit mit ihm anzufangen, um ihm Gelegenheit zu geben, mir eine Kugel durch den Kopf zu jagen: dies war, wie ich mir damals einbildete, das Beſte, was mir begegnen konnte.

Mr. Escourt, der erwähnte Herr, war einer meiner vertrauteſten Bekannten während der erſten Zeit meines Aufenthalts in London; mehr wie jeder andere verleitete er mich zu Thorheiten aller Art und beſonders ſuchte er meine Spielſucht zu nähren. Oft, wenn ich ſchon im Be⸗ griff ſtand, auf dem gefährlichen Wege, den ich eingeſchla⸗ gen, wieder umzukehren, wußte er mich durch einige ſpöt⸗ tiſche Bemerkungen zu reizen und verlachte mich wegen meiner Angſt, welche der ſchlimme Zuſtand meiner Ange⸗ legenheiten mir einflößte Später gewann er mir bedeu⸗ tende Summen ab und nun war ich ihm zwiſchen drei und viertauſend Pfund ſchuldig. Er ſuchte ſtets ſich gut mit mir zu verhalten, ich fand aber bald die Ueberzeu⸗ gung, daß er einer von jenen war, die am meiſten zur