I.
Zum Erſtenmale ſah ich Alice und Heinrich neben ein⸗ ander ſitzen. Sie war ſehr bleich und ſtützte den Kopf auf ihre Hand. Als ſie mich eintreten ſah, lächelte ſie und bat mich, neben ihr Platz zu nehmen; ſie klagte über heftiges Kopfweh, das übrigens nichts zu bedeuten hätte und bald vorübergehen würde.
Ich rieth ihr, einen großen Blumenſtrauß von Flieder und Jasmin wegzuſtellen, der neben ihr ſtand und einen außerordentlich ſtarken Geruch verbreitete.
— Ich glaube nicht, daß mir die Blumen etwas ſcha⸗ den, ſagte ſie und, Heinrich anſchauend, fügte ſie hinzu: ihr Anblick machte mir um ſo größeres Vergnügen, da er ſo gütig war, mir ſie dieſen Morgen zu bringen.
Ein leichte Röthe überflog ſein Geſicht, als ſie die letz⸗ ten Worte ausſprach und indem er die Vaſe nahm, worin ſich die Blumen befanden, ſtellte er ſie an's offene Fenſter.
— Ich dachte nicht daran, daß Dir dieſe Blumen ſcha⸗ den könnten, Alice, ſprach er; wenn dem ſo iſt, ſo mußt Du ſie aus Deiner Nähe ſtellen.— Sie iſt wirklich recht leidend, fuhr er fort, ſich zu mir wendend; ſie hat ſich zu ſehr abgemüdet. Sie müſſen ſie überreden, Ellen, daß ſie den abſcheulichen Krankenbeſuch aufgiebt; geſtern war ſie wieder ſtundenlang im Hoſpitale und holte ſich dieſen Fieberanfall. Der Arzt, der ſie dieſen Morgen beſuchte, behauptet, ſie habe ihre Nerven zu ſehr angegriffen. Du wirſt nicht wieder hingehen, Alice? nicht wahr?
II. 1


