Teil eines Werkes 
1 (1845) Ellen Middleton
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ſtätiſchen Ruhe den erſten Tag meines zerſtörten Lebens beleuchten zu ſehen.

Mein Onkel kehrte am Morgen zurück mit dem Leich⸗ nam ſeines Kindes, den man nach vieler Mühe aus dem Bette des Stromes gezogen, der ihn eine große Strecke unterhalb Elmsley fortgeführt hatte.

Die Vorbereitungen zur Beerdigung, die in der Dorf⸗ kirche ſtattfinden ſollte ſchienen in den niedergebeugten El⸗ tern eine Thatkraft zu entwickeln, welche, obgleich ſie ſich an ihren herben Verluſt knüpfte, faſt wohlthätig der Er⸗ mattung entgegenwirkte, die den Ausbrüchen der Verzweif⸗ lung nachgefolgt war.

Ich hatte das Zimmer meiner Tante faſt den ganzen Tag nicht verlaſſen, und als ſie mir ſagte, daß mein Oheim uns erwarte, daß er mit uns zu ſpeiſen wünſche, fühlte ich, daß es mir unmöglich ſeyn würde, eine ſolche Prüfung zu ertragen; da ſie aber ſich zu bezwingen ſuchte, ſo konnte ich nicht umhin, ihr zu folgen.

In dem Augenblick, wo wir zuſammen in das Speiſe⸗ zimmer traten, ſtanden Eduard Middleton und Heinrich Lovell beide vor dem Kamin. Gewiß war es ein Glück für mich, daß unſer erſtes Zuſammentreffen ſeit dem vori⸗ gen Tage jetzt ſtattfand, wo die traurige Kataſtrophe kaum vorüber war; ſo konnte die Unruhe, die ich nicht zu be⸗ meiſtern vermochte, dem Kummer und der Nervenaufregung zugeſchrieben werden. Ich zitterte und war kaum im Stande, mich aufrecht zu halten; die einer moraliſchen Gewißheit gleichkommende Ueberzeugung, daß einer von Beiden Zeuge der Schreckensſcene geweſen, laſtete ſchwer auf meinem Herzen

Beide kamen mir entgegen und boten mir die Hand. Hatte Sie Beide die Abſicht, die meinige zu nehmen? wußte nicht Einer von Beiden, was dieſe verbrecheriſche Hand gethan? Es wurde mir dunkel vor den Augen und ich ſank ohnmächtig nieder.

Als ich wieder zu mir kam, befand ich mich in meinem Bette; meine Tante war bei mir, bemüht, mich mit ſtär⸗ kenden Mitteln wieder zum Bewußtſeyn zu bringen. Sie