Teil eines Werkes 
6.-8. Bändchen (1853)
Entstehung
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worin ihre Tage dahinfloſſen, überdrüſſig wurde, fand ſie es angenehm, ein neues Intereſſe denen beizugeſellen, die für ſie ſchal zu werden anfingen, und gewann bald Lady⸗Bird wieder ebenſo lieb, als zur Zeit ihrer erſten Bekanntſchaft. Sie lernte von ihr manche ſchätzbaren Geheimniſſe, wie man die Zeit auf beſſere Weiſe tödte, als wie ſie es bisher geübt hatte, wie ſie ihr Verlangen, Vergnügen um ſich zu verbreiten, in das andere, Men⸗ ſchenwohl zu befördern, verwandeln, und ihren Geſchmack für das Schöne zu einer höheren Entwickelung deſſelben Vermögens in erhabeneren Richtungen ausdehnen könne. Ihr Verkehr ſchuf beiderſeitige Vortheile. Auf Lady Clara's Angaben hin zierten neue Blumenbeete die Schloßgärten; klares Waſſer floß aus den zuſammen⸗ gefallenen Springbrunnen; Clematis zierte die Hallen der Schulhäuſer; China⸗Roſen drängten ſich an den Wänden der Armenhäuſer; aber auf der andern Seite wurden bei ihr zu Hauſe und in ihrer Nachbarſchaft mitten unter der üppigen Verſchwendung verfeinerter Verzierungen des Lebens auch Saaten des Nützlichen ausgeſtreut, die ihre Blüthen brachten zu ſeiner Zeit, und am Ende ihre Frucht.

Zwei Jahre nach Gertrudens Ankunft in Schloß Lifford lernte Edgar in Audley⸗Park ein junges Mäd⸗ chen kennen, von welchem er ſich angezogen fühlte, und das ſeine Neigung erwiederte. Sie war von guter, doch nicht alter Familie; er hatte nicht den Muth, ſich ſeines Va⸗ ters Zuſtimmung zu dieſer Verbindung zu erbitten, und Gertrude fühlte, daß dieß ein Boden ſei, den ſie nicht wagen dürfe zu betreten. Aber Lady Clara bat ſich von dem Manne, der ſie einſt ſo ſehr geliebt hatte, eine Unter⸗ redung aus und verfocht die Sache der jungen Leute. Sie verſuchte zu lächeln, während ſie es that, aber auf ſeinem Geſicht und in ſeinem Benehmen lag Etwas, was dieſes Lächeln erſtickte. Sie glaubte, er ſei nun eben im Begriff, auf eine barſche Weiſe ſeine Zuſtim⸗ mung zu verſagen, aber er ſah ſie feſt an, deutete auf