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Tugend und der Reiz des Laſters. Ich liebe Sie zu ſehen, wie Sie ſich träge in Ihren Armſtuhl zurücklehnen, die Maſchen an Ihrer Arbeit fallen laſſen mit derſel⸗ ben reizenden Verdroſſenheit, mit der Sie den Ruf Ihrer Nebenmenſchen ſchonen. Und haben Sie uns
vermißt, Lady⸗Bird?“ fuhr er fort,„haben Sie in den,
Schatten von Schloß Lifford einen Gedanken denen geſchenkt, die Sie zurückließen? Ich dachte daran, mich als Matroſe oder Landſtreicher zu verkleiden und in einem jener finſtern Dickichte in der Nähe des Leigh auf Sie zu lauern; aber es geht das Gerede in der Nachbar⸗ ſchaft, daß Ihr Vater Stiere in ſeinem Parke halte, und ich fürchtete in Ihrer Gegenwart nicht von ſtreiten⸗ den Gefühlen, ſondern durch die Hörner eines dieſer häuslichen Lieblinge herumgeworfen zu werden.“ Sie lachte und widerſprach dem Gerücht und ging bald nachher weg, um ſich anzukleiden. Beim Eſſen an jenem Tage fand ſie ſich zwiſchen Sir William Marlow und Herrn Egerton, Lady Clara's Bruder, ihren Platz angewieſen. Der Erſtere war ihr durchaus nicht zugethan. Erſtens hatte er einen beinahe inſtinktmäßigen Widerwillen gegen geiſtreiche Perſonen; obgleich ſelbſt in gewiſſem Sinn ſehr geiſt⸗ reich, faßte er doch nur langſam auf, ſo bald irgend ein Grad von Humor in das Spiel kam; und zweitens är⸗ Teite er ſich zu Tode daruͤber, daß Gertrudens platte emerkungen, wie er ſie anſah, die Leute zum Lachen brachten und ihre Aufmerkſamkeit von ihm ſelbſt ab⸗ lenkten. Ihr anderer Nachbar hatte noch nicht viel Bekanntſchaft mit ihr gemacht, aber dieſes Mal kamen ſie ganz gut mit einander fort. Es wäre ſchwer gewe⸗ ſen, keinen Gefallen an ihm zu finden, er war ſo artig, verſtändig und angenehm. An jenem Tage kamen ſie im Laufe der Unterhaltung zufällig auf die Auswande⸗ rung zu ſprechen, und er theilte ihr unter Anderem mit, daß Adrian bei dieſem Gegenſtande ſtark betheiligt ſei und den Plan einer Anſiedlung in Amerika gebildet
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