Teil eines Werkes 
1.-5. Bändchen (1853)
Entstehung
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ſein, die Hoffnung hegen zu dürfen, ſie werde ihn manchmal ſehen, er werde ſie nicht ganz vergeſſen, er werde zu irgend einer Zeit entdecken, welche Veränderung in ihren Gedanken und Gefühlen und in ihrem Benehmen vor⸗ gegangen ſei, ſeitdem ſie ihn kennen gelernt, ſeit ſein Geiſt zu dem ihrigen geſprochen, ſeit ein Funke von dem Feuer, das in ſeiner Seele brannte, die ihrige be⸗ lebt habe: das ſchien ihr genug zu ſein; wenigſtens meinte ſie es; aber ſie meinte es in einer Art von blindem Glauben, daß er immer derjenige ſein werde, der er jetzt war. Der geringſte Anhauch von Eiferſucht, die Vorausſetzung oder die Kunde, daß er ſeine Gedan⸗ ken auf eine eheliche Verbindung richte, daß er ſich für irgend ein weibliches Weſen mehr intereſſire als für ſie, oder daß er ſich dem Mönchsleben weihen werde, würde in Einem Augenblick ihr die Augen geöffnet, und einen Sturm in ihrer Seele angefacht haben.

Aber Unthätigkeit liegt eben ſowohl als ſieberhafte Aufregung im Umkreiſe der Glückſeligkeit eines Herzens; oft geht eine der andern voran; und an dieſem Tage ſchien es, daß, ſo lange ſie ihn ſehen und ſeine Stimme hören könne, die Zukunft für ſie nichts, die Gegenwart Alles in Allem ſei. Ihm ſich unterzuordnen, das ſchien ihr herrſchendes Verlangen. In einer ſo zum Wider⸗ ſtreben geneigten, ſo ſtolzen Natur, war dieß die Wirkung einer überwältigenden Leidenſchaft. Aber mit der kunſt⸗ loſen Kunſt, die ihr eigen war, ergriff ſie ein Mittel,

das ihrem Zwecke vielleicht beſſer als irgend etwas An⸗

deres diente. Sie antwortete nach einer Pauſe:Ich ginge wohl gerne hin, aber ich will erſt Pater Lifford um Rath fragen. Er wird wiſſen, was Mama eigentlich wünſcht. Adrian ſah ſie mehr als wohl⸗ wollend beinahe zärtlich an und ſagte in ſeiner gewöhnlichen einfachen Weiſe:Ich hoffe, ſie wird eigent⸗ lich wünſchen, daß Sie hingehen. Ihr Herz hüpfte vor Vergnügen. Wie lieblich erſchien ihr das Gäßchen durch die Hecken, durch das ſie in dieſem Augenblick zogen; wie blau der Himmel über ihrem Haupt, wie ſüß