verwarf ſie die einzige Alternative, die ſich ſeinem Geiſte darbot, zuletzt äraerte er ſich über ſich ſelbſt und über ſie, und der Diskuſſion müde, rief er ohne weitere Um⸗ ſtände:„Nun denn, ſo behalten Sie Ihren Glauben und geben Sie meinen Neffen auf. Sie müſſen wählen zwiſchen—“
„Gott und den Menſchen,“ fiel ſie feierlich ein. „Dank für dieſe Worte, ſie haben mir Kraft gegeben; laſſen Sie uns jetzt nach Haus zurückkehren. Sie ſagten, Sie könnten mir nicht helfen, und Sie hatten Recht.“
„Sie haben ein großes Opfer zu bringen,“ verſetzte Mr. Warren;„aber jung wie Sie find, und mit einem langen Leben vor ſich— 3
„Ja, ein langes Leben— vielleicht ſo lang, wie das ſeinige,“ fügte ſie mit leiſer Stimme hinzu.
„Es wird Ihnen zur Befriedigung gereichen, ihn von einer peinlichen Lage erlöst zu haben. Als die Urſache, obſchon die unſchuldige Urſache ſeines Verder⸗ bens, hätten Sie nie glücklich ſein können.“
Sie blickte noch einmal auf den glatten Fluß zu ihren Füßen und dann auf das blaue Himmelsgewölbe über ihrem Haupte.
„Jetzt können Sie Beide wieder friſch in's Leben treten; Sie werden Beide einander nichts vorzuwerfen haben.“
„Nein, wir müſſen einander nichts vorwerfen,“ wiederholte Ginevra mechaniſch. Und ſie gingen ſchwei⸗ gend dahin, nur daß Mr. Warren zuweilen eine Be⸗ merkung machte, um die Nothwendigkeit des Opfers zu beweiſen, wozu er ſie drängte. Wenige Schritte vor dem Haus blieb ſie plötzlich ſtehen und ſagte mit leiſer, tiefer Stimme:„Sind Sie es auch gewiß, daß Sie mir die Wahrheit geſagt haben?“ Es lag ein ſo auf⸗ richtiger Jammer in dem Tone, womit dieß geſprochen wurde, daß Mr. Warren zuſammenfuhr und es bereute, daß er ſich dazu hergegeben, ihr ihr Unglück zu ver⸗ kündigen, aber er konnte nichts zurücknehmen, und die


