Freunde zu unterhalten und ihre Gefühle zu verbergen; aber die Betrachtung, daß Andere ihr Unwohlſein, wenn ſie ein ſolches eingeſtände, mit Neville's Abreiſe in Verbindung bringen würden, gab ihr die Kraft, ſich auf⸗ zuraffen und ihre Angſt vor den forſchenden Blicken ihrer Familie, vor der Gegenwart ihrer Schweſter und haupi⸗ ſächlich vor den ſchalkhaften Bemerkungen und ſcharf fragenden Blicken ihrer Freundin Maud zu überwin⸗ den. Als ſie an der Hausuhr vorbeiging, bemerkte ſie mit Schrecken, wie ſpät es war, und eilte in das Frühſtückszimmer. Ginevra befand ſich an ihrem Platze und machte Thee; ſie ſah vollkommen ruhig aus, ob⸗ ſchon bläſſer, als gewöhnlich. Schweigend ſchob ſie ihrer Schweſter Alles zu, was ſie zu ihrem Frühſtück bedurfte, und in dem Augenblick, wo Mrs. Thornton im Begriff war, ihre Enkelin wegen ihres allerdings nicht befriedigenden Ausſehens auszufragen, lenkte ſie die Aufmerkſamkeit dieſer Dame ab durch eine ge⸗ ſchickte Frage über die Wirkſamkeit von homöopathiſchen Pulvern, welche Tags zuvor der Frau Schulmeiſterin gereicht worden waren. Maud beobachtete Margaret, theils aus Neugierde, theils aus wirklicher Theilnahme; ſie konnte ſich keine befriedigende Vermuthung über den Stand der Dinge bilden, welchen Edmund hinterlaſſen hatte, und ſie ſehnte ſich, mit ihr allein zu ſein, um über ſeine Abreiſe ſprechen und Pläne zur Ueberliſtung des Feindes entwerfen zu können, wie ſie bei ſich ſelbſt Ginevra bezeichnete. Aber dieß war nicht leicht aus⸗ zuführen; als ſie ſich in's Geſellſchaftszimmer begaben, ſaßen beide Schweſtern an demſelben Tiſche, und Maud's Bemühungen, um Margaret zu veranlaſſen, daß ſie ſich mit ihr anderswohin zurückziehen möchte, waren vergebens. Sie hatte ihre Pinſel und ihre Farben genommen, und begann einige Figuren in ihrem Skizzenbuch mit einem entſchloſſenen Eifer zu malen, der alle Verſuche zu einer Unterhaltung vereitelte. Maud wurde ärgerlich und fragte Walter Sydney, ob
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