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Der Graf hatte ſeiner Mutter mit ahnen⸗ der Verwunderung zugehört; dann erbrach er den Brief, und las in ſchmerzlicher Bewe⸗ gung, was folgt: 4.
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„Wahrer Liebe iſt kein Opfer zu groß! „Das beweiſe ich Dir jetzt, mein Theo⸗ „dor, indem ich auf ewig von Dir ſcheide. „Argliſt hatte mir endlich verrathen, was „Deine Gütigkeit mir verſchweigen woll⸗ „te. Du liebſt Sidonia von Lichtenthal, und „ſie liebt Dich. Ich habe die geſehen, die ich „haſſen ſollte, die durch ihre himmliſche Ge⸗ „ſtalt, durch ihre hohen Reize, als unver⸗ „ſöhnliche Feindin auftrat zwiſchen Dir und „mir, und ich verzeihe Deinem Herzen, wie „ich die nur lieben kann, die Dich zu beglü⸗ „icken weiß. Da Amalie Dir gleichgültig wer⸗ „den mußte, gönne ich Sidonien am erſten „das beneidenswerthe Loos, die Deinige zu „ſeyn. Ich entſage hiermit feierlich allen Anſprü⸗ chen an Dich und Deinen Namen, und will
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