Weh, von Walter getrennt ſeyn zu müſſen, alles zog ihr ein heftiges Fieber zu, und Man⸗ gel an gehöriger Hülfe vielleicht, den Tod. Sanft entſchlief ſie und ihre letzten Worte wa⸗ ren:„Da ich ihn verlieren mußte, ſterbe ich gern!“
Walter vernahm mit Grauſen dieſe fürch⸗ terliche Bothſchaft, und er ſchaͤmte ſich der Thräͤ⸗ nen nicht, die er vergießen mußte.
„Beruhige Dich, mein Sohn!“ hob die alte Gräfin an, und holte aus einem Schran⸗ ke Amaliens ihr anvertrauten Brief.„Beruhi⸗ ge Dich, oder vielmehr danke dem Schöpfer, der es ſo gefügt! Amalien iſt wohl, daß ſie im Grabe ſchläft. Ich liebte ſie, wie mein Kind, und dieſer frühe, unerwartete Hintritt betrubt mich ſtärker, als ichs zu ſagen vermag; allein je mütterlicher ich ſie liebte, je weniger darf ich ihren jetzigen Frieden ihr mißgönnen. Für ſie war kein Glück mehr zu hoffen auf dieſer Welt, und ſelbſt lebend, mußteſt Du ſie wie geſtorben betrachten. Hier lies mein Theodor, und Jerne die Vortreffliche ganz kennen.


