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Walter entfernte ſich mit der Bitte, ihn
ja unverzüglich rufen zu laſſen, wenn ihr erwa
in der Nacht nicht wohl würde.„Du haſt mich angſtlich gemacht,“ ſagte er und umarmte ſie noch einmal. Ihrer Kammerfrau befahl er, ihn auf der Stelle zu wecken, wenn der Gräfin etwas zuſtieſſe.
Kaum war er aus dem Zimmer, ſo bra⸗ chen Amaliens Thraͤnen mit Gewalt hervor, und es bedurfte aller ihrer Stärke, ihren hel⸗ denmüthigen Entſchluß auszuführen. Als Wal⸗ ter ſchlief, gieng ſie von ihrer Kammerfrau und
zwei Bedienten begleitet, zu ſeiner Mutter, wo,
um alles Aufſehen und jeden Verdacht zu ver⸗ meiden, der Reiſewagen in einem verſchloſſenen
Hofe ſtand. Nach dem rührendſten Abſchiede
und der Verſicherung der alten Gräfin, ſie bin⸗ nen kurzem in ihrer Einöde zu beſuchen, ſtürz⸗
te Amalie in den Wagen, und der Vorhang
ihres Lebens— fiel! Walters erſte Frage am andern Morgen, war nach dem Befinden der Gräfin. Da uber⸗
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