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ein ſolches Opfer konnte ich nur Waltern brin⸗ gen, und deshalb ſehen Sie mich hier. Mit der leiſeſten Hoffnung, ihn zu mir zuruͤckzu⸗ führen, der kleinſten Ausſicht, ihn noch zu be⸗ glücken durch meinen Beſitz, hätte ich ihn nicht aufgegeben. Doch wer einmahl liebt, wie er, iſt nur durch die Unwürdigkeit des Gegenſtan⸗ des von ſeiner Liebe zu heilen; und Sidonia von Lichtenthal verdient dieſe Liebe in ihrem ganzen Umfange.“
„Er wird Ihre Großmuth nicht anneh⸗ men,““ ſprach Sidonia, er darf ſie nicht an⸗ nehmen!“
„Dafür laſſen Sie mich ſorgen! Er muß ſie annehmen, oder der unzugangbarſte Auf⸗ enthalt verbirgt mich auf ewig. Und nun le⸗ ben Sie wohl! Beglücken Sie Theodor, wie er geliebt iſt, und der Himmel ſelbſt hat keinen
ſeligern Menſchen!“
Bei dieſen Worten entſchwand ſie, ohne daß Sidonia ſie ereilen oder ihr noch danken konnte. In heftiger Gemüthsbewegung,⸗ doch ru⸗


