— 1 66——
te, ſagte Walter, der grade zugegen war:„Laß
ihn hereinkommen! Er hat ſich bei mir beklagt, daß er die reizende Amalie nie ſehen könnte. Wendhorſt iſt einer von denen, die man ſich nicht zu Feinden machen muß. Seine bos⸗ hafte Zunge, ſein kaltes, gleisneriſches Herz ſind zu allem faͤhig, wenn ſeine Eigenliebe be⸗ leidigt wird. Noch hab' ich ihn von Nieman⸗ den Gutes ſprechen hören; ſeine beſten Freun⸗ de verſchont er nicht mit ſeinem Geſpötte.
Ein leiſer Wink ihres Gatten war Amalien ſtets Geſetz. Wendhorſt kam, ward höflich em⸗ pfangen, und erwiederte dieſe Höflichkeit mit falſchem Freundlichſeyn. Walter bat um die Er⸗ laubniß, ſich empfehlen zu dürfen, und ließ den Grafen mit ſeiner Gemahlin allein.„Der Herr von Walter ſind heute wieder ſehr truͤbe,“ ſag⸗ te Wendhorſt eindringend, als dieſer ſich ent⸗ fernt hatte, und faßte Amalien ſcharf ins Auge. „Er iſt es von Natur!“ antwortete die Graͤfin gleichgültig.
„SIch bitte um Verzeihung, meine gnaͤdi⸗


