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das Roth der Freude die gebleichten Wangen der Leidenden; die Blicke ruhten mit Wonne und Erkenntlichkeit auf ihm. Seine ernſte, männliche Stimme, die ſie nie vernahmen, ohne für ihr Elend Worte der Linderung zu hören, war ihnen ſchon von weitem der Hoffnung ſtär⸗ kender Zuruf. Jung und Alt betete ihn an; Kinder’ umklammerten liebkoſend ſeine Knie, und er ſchloß ſie in unbeſchreiblicher Wehmuth an ſeine Bruſt; Greiſe neigten ſich in tiefer Ehrfurcht vor ihm, und ſeine Gedanken hafte⸗ ten ſchneidend auf einer Epoche, der er nur mit
Vorwurf und bitterer Reue gedenken konnte. 3
So wurden haͤufig die Stunden, die ihn am meiſten erheitern, ihm ſeinen Gott wieder gnä⸗ dig machen ſollten, die haͤrteſten für ihn, und nicht ſelten kehrte er von ſolchen Gaͤngen im düſterſten Unmuthe heim. Eines Tages geſchah es auch, daß durch die Gegenwart ſchmerzlich erinnert an geweſene Zeiten, er trübſinnig ſei⸗ nen Weg nach Hauſe verfolgte, als eine ſchwere Gewitterwolke, die ſchon lange drohend am


