Druckschrift 
Der zerbrochene Postwagen im thüringer Walde : humoristische Erzählungen / von Gustav Friedrichsohn
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 39—

*. einem gaͤrtlichen Abſchiede. Aber mein beſter Af⸗ ſeſſor, warum ſagen Sie denn der Julie ein ſo feierliches Lebewohl, da Sie doch nach einiger Zeit wieder zuruͤckkommen? Julie und Karl, die einen ganz anderen Eingang erwartet hatten, konn⸗

ten ſich in des Oheims freundliches Weſen gar

nicht finden, erzaͤhlten ihm aber doch verſchaͤmt und ſtotternd des Aſſeſſors ganzen Plan, und der Rath verzieh nun gern die heimliche Zuſammen⸗ kunft. Ei, ei, ſagte er, alſo ganz fort wollen der Herr Werner? das iſt ja Jammerſchade. Was wird denn mein armes Julchen dazu ſagen? Ich daͤchte Sie blieben da und daͤchten bei Zeiten dar⸗ auf, ſich zu verheirathen.— Karl hielt das fuͤr Spott und wollte unwillig werden. Nein, mein Herr, fuhr der Commerzienrath fort, ich meine das, was ich ſage, ganz ernſtlich. Wenn Sie Julien wirklich lieben, ſo kommen Sie nach voll⸗ endeten Urlaub zu uns zuruͤck und beſtellen das Aufgebot. Mit der Ausſtattung ſoll meine Nichte bis dahin fertig ſeyn. Werner hatte noch immer Luſt auch dieſe Rede fuͤr Spott zu halten, aber doch ſchien der Alte dafuͤr zu ernſt, ja er war ſo⸗ gar etwas feierlich. Er verſuchte daher ihn auf ſeine uͤble finanzielle Lage aufmerkſam zu machen,

——