Verhältniß zwiſchen Luther und Melanchthon. Melanchthon gab Licht und Liebe, Luther Feuer und Kraft; vereint wirkten ſie das Unvergaͤng⸗ liche. Wie zart drückt ſich Luther in dieſer Hin⸗ ſicht über die von Melanchthon gefaßte Augsbur⸗ giſche Confeſſion aus, indem er ſein Wohlge⸗ fallen daran erklärte; nur geſtand er, er hätte nicht ſo ſanft auftreten können.
2.
Nicht Worte allein für das aner⸗ kannte Gute geſprochen, können dau⸗
ernd nützen, ſondern nur von Hand⸗
lungen begleitet, erhalten ſie erſt Ge⸗ wicht. So ſchwur Johann der Beſtändige nicht bloß in Augsburg, die reine Lehre auch gegen die Hölle zu vertheidigen, ſondern machte auch ſo⸗ gleich zu Schmalkalden durch einen Verein der evangeliſchen Stände, Anſtalten, dieſen Worten den kräftigſten Nachdruck zu verleihen.
3. Ausdauer im Guten, mit kluger
Beſonnenheit verknüpft, macht oft
das Unmöglichſcheinende, wirklich. Es ſchien die höchſte Vermeſſenheit, gegen den heftig zürnenden Kaiſer Karl und ſeine unermeßliche Macht, ankämpfen zu wollen, und dennoch erran⸗


