—!—
— 5—
Gold zu bezahlen: denn die Unſern haben da das Evangelium öffentlich frei bekannt, und haben die Wider⸗ ſacher, die Papiſten aufs höchſte zu Schanden gemacht.
Und in der That drang der Wahrheit ſiegende Macht vielen Gegnern ſelbſt das Geſtändniß ab: „das iſt die lautre Wahrheit, wir können's nicht läugnen; wir hören wohl, die Lutheriſchen ſitzen in der heiligen Schrift und wir— daneben“ u. ſ. w.
Indeſſen traf auch hier ein, was man ſo oft im Leben wahrnimmt, je größer das Unrecht, deſto heftiger der Eifer. Die geängſteten Prieſter be⸗ ſtürmten den Kaiſer mit Bitten: um endliche Ausrottung der lutheriſchen Ketzereien, und die Folge davon war der Reichstagsſchluß:„wer, weß Standes er ſey, Allem, was bisher in der römiſch⸗katholiſchen Kirche geordnet, geſetzt und gebraucht worden, ſich nicht gehorſam bezeigen, ſondern in Neuerungen verfallen werde, ſolle ge⸗ ſtraft werden um Leib, Leben und Gut.
Dieſen Drohungen ſetzte der Churfürſt Johann der Beſtändige die heldenmüthige Antwort entge⸗ gen:„auch die Pforten der Hölle werden nicht widerſtehen unſerm Bekenntniſſe!“ und ſchied mit den Seinen aus Augsburg, feſt entſchloſſen, Gewalt mit Gewalt zu vertreiben. Zu dieſem Zweck verſammelten ſich ſchon im December d. J. die evan⸗


