heit und Rohheit des Volkes und beſonders der Jugend dar, und im Gefühl dieſer Ueberzeugung bearbeitete Luther ſeinen großen und kleinen Katechismus, die er im Jahre 1529 her⸗ ausgab. 3
Luther hatte jedoch, bei ſo manchen trüben Ereigniſſen, die ſeine große Seele verſtimmten, die Freude, daß die reine Lehre des Evangeli⸗ ums ſtets mehr und mehr ſich verbreitete. Schwe⸗ den und Dännemark, Holland, Preußen, Polen, Schleſten, vorzüglich aber die Schweiz zahlte ſchon viele Freunde und Bekenner derſetben. In letztgenanntem Lande trat nicht lange nach dem Kampfe Luthers mit Tetzel, der Pfarrer Ulrich Zwingli in Zürch zu gleichem Zweck gegen den Ablaßprediger Samſon in die Schranken. Die Denkenden der Schweiz pflichteten ihm bei; er empfahl Luthers Schriften, eiferte gegen die Mißbräuche in der katholiſchen Kirche und trieb
das h. Werk der Kirchenverbeſſerung mit großem
Fleiße. Allein im Jahre 1524 trat er mit einer Anſicht vom Ahendmale hervor, welche der Mey⸗ nung Luthers nicht beipflichtete.
Mit ihm vereinte ſich im Jahre darauf Oeko⸗ lampadius,(Hausſchein) Prediger zu Baſel, und jetzt begann ein Schriftenwechſel über dieſe Materie, der immer heftiger ward und die Ge⸗ müther der Deutſchen und Schweitzer Reforma⸗
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