reren geſchehen war. Luther, ſtets gewohnt, in Sachen ſeiner Ueberzeugung ſelbſt mit gutem Bei⸗
ſpiel voranzugehen, heirathete darum am 13. Ju⸗ ny 1525(Dienſtags nach Trinitatis) ein Fräu⸗ lein Katharina von Bora, aus dem adelichen Geſchlechte derer von Haugwitz, von mütterli⸗ cher Seite. Früh kam die Jungfrau in das ade⸗ liche Fräuleinkloſter Nimtſchen, unfern Grim⸗ ma an der Mulda. Als aber in reiferen Jahren die Gefühle ihrer eigentlichen Beſtimmung in ihr und mehreren Jungfrauen ihres Alters erwachten, da wurde der Wunſch nach Befreiung aus dieſem Zwinger in ihnen rege. Dieſe Befreiung wurde da das Licht der evangeliſchen Lehre auch zu ihnen gedrungen war, von einem Torgauiſchen Bürger, Namens Leonhard Koppe mit noch einigen Gehülfen bewerkſtelligt, und hierdurch Katharina von Bora nebſt acht ihrer Gefährtinnen, dem bürgerlichen Leben wiedergegeben. Luther brach⸗ te dieſe Jungfrauen in den Häuſern der Vornehm⸗ ſten Wittenbergs unter. Katharina ſelbſt wohnte bei dem damaligen Bürgermeiſter, Philipp Reichenbach. Dort gewann Luther Neigung zu ihr, fand eine gleiche Stimmung in„Kät⸗ chens“ Seele und verheirathete ſich mit ihr. Dieſe Ehe war, was auch Feinde und Verläum⸗ der von ihr lügen mochten, eine der glücklichſten, nach Luthers eigenen und ſeiner innigſten Freun⸗


