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Wie Luther lebte, lehrte und starb : ein Volksbuch für evangelische Christen zu dem bevorstehenden dritten Jubelfeste der Kirchenverbesserung / von G. Friederich
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ſchen geängſtete Seelen; und kam er bei einem Gelage mit Fremden zuſammen, ſo begann er bald Religionsgeſpräche zu führen, und mußte einigemal ſchnell entweichen, um ſich nicht der Enrdeckungsgefahr preiß zu geben.

Mit deſto größerem Eifer weihte er ſich jetzt der deutſchen Ueberſetzung des N. Teſtamentes und erwarb ſich hierdurch um die religiöſe Volks⸗ bildung unſterbliches Verdienſt, da das Volk frü⸗ her den Sinn und Inhalt der Gottesverehrungen nur ahnen konnte, indem derſelbe in fremden Sprachen vorgetragen wurde. Seine mit dieſer Arbeit verbundene Geiſtesanſtrengung zog ihm Blutanhäufung in Kopf und Bruſtgefäßen zu, und ängſtigte ihn bisweilen ſo ſehr, daß er wähn⸗ te: dies ſeyen Anfechtungen des Satans. Auch ſah er dieſen einſt leibhaftig in ſeiner Einbildung vor

ſich ſtehen und warf dem Höhnenden, voll heili⸗ gen Eifers das Dintenfaß an den Kopf. Noch jetzt wird auf Wartburg der aufgefriſchte Fleck gezeigt, welchen damals Luthers Eifer an der Wand ſeines Zimmers verurſachte.

Doch kaum dreiviertel Jahre lang war es ihm vergönnt, ſich ſelbſt und ſeiner Muſe auf Wartburg zu leben. Neue Stöhrungen verdun⸗ kelten das kaum wieder erſchienene Licht der rei⸗ nen Lehre, und zwar gingen dieſe Stöhrungen

jetzt gerade von Luthers Anhängern aus. Doctor