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Wie Luther lebte, lehrte und starb : ein Volksbuch für evangelische Christen zu dem bevorstehenden dritten Jubelfeste der Kirchenverbesserung / von G. Friederich
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mehr zulaſſen, ſie ſey der deutſchen Redlichkeit entgegen, denn was man verſprochen habe, müſſe man halten.

Karl that den hohen Ausſpruch:und wenn auch nirgends mehr Wort und Treue gälten, ſo müßten ſie doch bei einem deutſchen Kaiſer ſich ſinden, und Luther war hierdurch gerettet und ſchied den 26. April 1521 aus Worms mit ſeinen alten Reiſegefahrten. Zuvor wagte der Churfürſt von Trier, Ri⸗ chard von Greifenklau noch einen ſchwachen Verſuch. Luthern durch Güte zum Widerruf, wenn auch nur von einigen Artikeln zu bringen; allein vergebens! Dieſer erwiederte ihm mit Ga⸗ maliel aus der Schrift:(Apoſtelgeſ. 5, v. 38. 39.) iſt das Werk von Menſchen, ſo wird es bald vergehen, iſt es aus Gott, dann werdet ihr es nicht dämpfen!, worauf der ſanfte Richard nicht weiter in ihn drang⸗ ſondern ihn zur Abendtafel zog. Hier trug es ſich zu, daß Luthern, als er eine ihm von dem Kanz⸗ ler Eck gebrachte Geſundheit erwiedern wollte/ der Becher ſprang, gerade da er ihn an den Mund ſetzte. Gift! murmelten die Anweſenden, doch der Unerſchrockene beruhigte ſie mit den Worten:

iſt der Trunk entweder nicht geſund oder nicht be⸗ ſcheert geweſen, und wahrſcheinlich ſprang das Glas,

weil es zu ſchnell abgekühlt wurde. Wahrlich⸗