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Wie Luther lebte, lehrte und starb : ein Volksbuch für evangelische Christen zu dem bevorstehenden dritten Jubelfeste der Kirchenverbesserung / von G. Friederich
Entstehung
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Peutinger gaben es nicht zu, daß er früher den Kardinal beſuchte, ehe er durch einen kaiſer⸗

lichen Schutzbrief perſönlich geſichert war. Schon dieſe Zögerung entrüſtete den ſtolzen Kajetan auf's höchſte. Doch als der Schutzbrief erfolgt war und Luther hierauf ſich dem Kardinal perſönlich geſtellt hatte, ſo war dieſer wider Vermuthen den offenen Deutſchen heuchleriſch höflich beim Empfan⸗ ge des verhaßten Mönches. Er erklärte ihm hier⸗ auf, der Papſt verlange dreierlei von ihm: näm⸗ lich: er ſolle ſeine Irrthümer widerrufen, kunf⸗ tig davon abſtehen und endlich alles vermeiden, wodurch neuer Zwiſt in der Kirche erregt werden könnte..

Luther erwiederte mit gewohnter Standhaf⸗ tigkeit: er wolle ſeine Lehre ſogleich widerrufen, ſobald dieſelbe aus der Bibel als falſch erwieſen werde. Kajetan warf ihm hierauf vor: er habe gelehrt, das Verdienſt der Leiden Chriſti ware nicht der Schatz, aus welchem die Ablaßprediger die Vergebung der Sünden verkaufen könnten. Auch hier bat Luther um Beweiß aus dem Worte Gottes, doch ſtatt deſſen berief ſich der Kardinal auf eine Verordnung des Pabſtes Ele⸗ mens VI., der zuerſt die Lehre aufgeſtellt hatte:

der Schatz des Ueberfluſſes der guten Werke Jeſu

und der Heiligen, befände ſich in den Handen des

Papſtes und dieſer vermöge es: allen denen, wel⸗