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Wie Luther lebte, lehrte und ſtarb.
Zweiter Abſchnitt.
Luther wirkte im Geiſte ſeines geleiſteten Doctor⸗ eides:„die heilige Schrift ſein Lebenlang zu er⸗ forſchen, zu predigen und den darinn enthaltenen chriſtlichen Glauben kräftig zu vertheidigen“ auf Lehrſtuhl und Kanzel mit ſolchem Erfolge, daß die Univerſität Wittenberg zu einer eben ſo ſchnellen als umfaſſenden Größe gedieh. Jetzt kam die Zeit, wo es galt, dieſe Lehre auf das Leben über⸗
zutragen.
Der Dominikaner Mönch Joh. Tetzel ver⸗
kündigte(von 1515— 1517) in der Nähe Wit⸗
tenbergs den Ablaß mit einer Frechheit, die keine Gränzen kannte. Er behauptete, daß die bezahlte Sündenvergebung ſo vollſtandig mit Gott verſöh⸗ ne, daß es keiner weiteren Buße beduͤrfe, daß er ſogar Macht beſitze, für künftige Sünden Ablaß
zu ertheilen, ja, daß Chriſtus ſeit ſeiner Auffahrt
zum Himmel keine Macht mehr über die Kirche beſitze, ſondern dieſe dem Papſte allein übertragen
habe und was dergl. Schändlichkeiten mehr waren.
Der große Kaſten, welcher noch in Jüterbogk zu


