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Wie Luther lebte, lehrte und starb : ein Volksbuch für evangelische Christen zu dem bevorstehenden dritten Jubelfeste der Kirchenverbesserung / von G. Friederich
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blötzlich ein höchſt trauriger Zufall ſeiner künfti⸗ gen Laufbahn eine ganz andere Richtung gab. Seit ſeiner Beſchäftigung mit der heiligen Schrift war das Studium der Theologie fur ihn Lieblingsſache geworden, obgleich er daſſelbe ſtets, wenn auch ungern, dem Befehle ſeines Vaters und der Beſtimmung ſeines gegenwärtigen Standes gemäß, unterordnete. Einſt hatte er in ſchoͤnen Sommertagen gemeinſchaftlich mit ſeinem Buſen⸗ freunde Alexis ſeine Eltern zu Mansfeld be⸗ ſucht. Rückkehrend aus der Heimath waren ſie in Erfurts Nahe an einem ſchwülen Abend eingetrof⸗ fen, da überfiel die müden Wanderer ein furcht⸗ bares Gewitter. Sie flüchteten unter einen hohen Baum, der Blitz zuckte und erſchlug an Luthers Seite ſeinen Freund. ½) Beſinnungslos war auch er von der Erſchütterung betäubt, niedergeſtürtzt! Als er wieder erwachte und neben ſich den Leich⸗ nam ſeines erkalteten Freundes erblickte, da that er in der Angſt ſeiner Seele Gott das Gelübde: ſich dem Himmel zu weihen, ein Mönch zu werden; und von dieſem Augenblick an nimmt Luthers Schickſal eine neue und höchſt wichtige Wendung.

*) Für die Kritiker bemerke ich, daß mir die lactiones Variantes in dieſer Geſchichte ſehr wohl bekannt ſind, d. V.