Rein und klar wie die Sonne ging die Chriſtus⸗ lehre aus dem Geiſte ihres Stifters hervor, die Menſchheit erleuchtend und ſegnend. In edler Einfalt wurde ſie vor den Apoſteln und Jüngern des Herrn während des erſten Jahrhunderts nach ſei⸗ ner Geburt auf Erden verbreitet, wuchs und grün⸗ te, des Druckes, welchen ſie leiden mußte, ohn⸗ geachtet, ſtets herrlicher empor.
Da galt es nicht den Rangſtreit ihrer Verkün⸗ diger, nicht Prunk und Gleisnerei. Vom Geiſte Gottes getrieben, ſprachen die Aelteſten und Wür⸗ digſten über die haten, Leiden und den Märty⸗ rertod des Erlöſers, gelobten ſich mit Thränen und Umarmungen, ſeinem Bilde nachzuſtreben und genoſſen dann in heiliger Andacht gemein⸗ ſchaftlich das Mahl der Liebe, welches er am Abend vor ſeinem Tode zum Gedächtniſſe deſſelben ſtiftete.
Doch nicht lange ſtrahlte die Lehre des Ge⸗ kreuzigten in dieſem reinen Feuer. Der Men⸗ ſchen Geiſt, lüſtern nach Abwechslungen und dem Lieblingsſpiele mit veränderten Formen, Hüle


