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auf Unkoſten des Nachdenkens mühſam aufzuſuchende Wahrheit. Die Rollenfächer, worin beide Künſt⸗ lerinnen ſich auszeichnen, ſagte die aufrichtige Kritik, ſind ſo verſchieden, als eben die Art ihrer Talente es iſt. Mademoiſelle Duchesnois, deren ſchlanker, zarter Wuchs und deren ganzes äußere Gepräge mehr An⸗ muth als Majeſtät ausdrückt, hat mehr Pathos und iſt überhaupt in den Gefühlsrollen unübertrefflich. Schon ihr biegſames, harmoniſches Organ, ihr wei⸗ ches, obgleich lebhaftes Muskelſpiel, der Ausdruck der Sanftmuth und Güte, welcher ihre Züge be⸗ herrſcht, machen ſie geeigneter für die Gefühlspar⸗ tieen als für die Force⸗ und Repräſentationsrollen. Zwar erhebt ſie ſich, ſobald der tragiſche Genius ihre Seele durchglüht, zu der hoheitvollen Würde, welche Melpomene von ihren Prieſterinnen verlangt; zwar ſcheint ſie dann gleichſam vor den Blicken der er⸗ ſtaunten Zuſchauer zu wachſen, allein jener majeſtaͤ⸗ tiſche Stolz, jener Adel der Repräſentation, mit Einem Worte jene Königinnen⸗Natur, womit Made⸗ moiſelle Georges ihre Kleopatra, Leontine, Semi⸗ ramis u. a. ausſtattet, iſt ihr nicht eigen. Wenn Mademoiſelle Duchesnois in ihrer Ariadne, Rodo⸗ gune und vor Allem in der neuerlich von ihr ge⸗
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