Teil eines Werkes 
1. Th. (1862)
Entstehung
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An meinen Freund Lothar.

Wenn jemals die unheilvolle Stunde ſchlagen ſollte, wo Du Deinem Worte treu dieſe Blätter entſiegeln und leſen darfſt, dann, Freund meiner Seele, ſind wir für die Dauer dieſes Lebens ge⸗ trennt. O denke meiner Lothar als eines in der Wüſte des Lebens Verirrten, als eines Wanderers, der nicht die Kraft gehabt, dem Sirenengeſange zu widerſtehen, womit der Dämon der Jugend die Welt um vorwurfsfreie, kraftvoll handelnde Männer be⸗ ſtiehlt. Was Du mir geweſen, Du einziger Freund meiner Jugend davon ſage ich Dir nichts. Ein⸗ zelne Stellen meines Tagebuchs werden es Dir viel⸗ leicht andeuten, allein auch wirklich nur andeu⸗ ten. Gott ſei mit Dir und ſende Dir den Engel, deſſen Gebet aus ſchlimmen Händen Dich zu erret⸗ ten vermag. O hätteſt Du meiner Warnungsſtimme Gehör gegeben, wärſt Du jenem Bunde fern ge⸗ blieben! Du weißt am beſten, welch' ein Ge⸗ lübde mich bindet. Vielleicht brach ich es ſchon, als ich heute bei unſerm Lebewohl eine Warnung laut werden ließ, die zu beherzigen ich Dich dennoch wiederholt bitte.