2 zurückführt. Eine warme blüthenduftreiche Mitter⸗ nachtſtunde, die ſtumme Vertraute o wie vieler Ent⸗ zückungen und Qualen, deren Heimath der enge Raum einer Menſchenbruſt ſein kann, hatte zwei junge Män⸗ ner im Düſter eines blühenden Boskets fern von der geräuſchvollen Hauptſtadt, fern auch von dem nicht minder geräuſchvollen Kreiſe der ſie vermiſſenden Freunde zurückgehalten. Schweigend mochten ſie viel⸗ leicht lange ſchon neben einander geſeſſen, und ein Jeder ſeinen Gedanken freien Spielraum gegönnt ha⸗ ben, Gedanken, die möglicherweiſe auf einem und dem⸗ ſelben Wege ihre ſtumme Wanderung verfolgten. Im⸗ mer ſtiller wurde es nah und fern, und je ſtiller, je muthiger ſchien das keuſche Licht der bleichen Königin der Nacht aus ſeiner dunklen Heimath ſich hervor zu wagen. Ihr Silberſchleier breitete ſich magiſch über die ganze Gegend, zitterte in den über einander hin⸗ gleitenden Waſſerperlen des Springbrunnens und wett⸗ eiferte mit den leuchtenden Johanniskäfern im ſchau⸗ kelnden Elfentanz auf Blüthen und Zweigen. Es war eine entzückende Nacht für den Glücklichen, ein Feen⸗ reich für Liebende und eine Nacht der Erregung und Sehnſucht für jedes phantaſievolle Weſen, das uner⸗ reichte Wünſche ſtill in ſeiner Bruſt mit ſich herum
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