IX
ſich plötzlich wieder auf dem Münchner Boden ziem⸗ lich unheimatliche und, wie es ſcheint, willkürlich erdichtete oder doch nur mit Zuſätzen der ſtrengen Wahrheit dergeſtalt entfremdete erkennen, daß die Scenerie dem Auge des in München heimiſchen Leſers einigermaßen in das Nebelhafte entrückt wird. Allein, ich habe an dieſem Durcheinander örtlicher Wahrheit und Dichtung nichts eigenmäch- tig zu ändern mir erlauben mögen und etwas zu ändern auch ſchon aus dem Grunde nicht für nöthig erachtet, weil ich der Meinung bin, das Wo werde ſich bei Thatſachen vergeſſen laſſen, die in ihrer einfachen Wahrheit gleichwohl die kühnſte Phan⸗ taſie beſchämen.
„So unerhört die hier erzählten Begebenhei⸗ ten,“ ſagt der Herausgeber in ſeinem Vorworte zu jener Schrift,„ſo unerhört die hier erzählten Be⸗ gebenheiten in unſerer Zeit auch ſcheinen mögen, ſo ſind ſie dennoch wahr. Noch leben mehrere Per⸗ ſonen, die theils ſelbſt in jenem merkwürdigen Drama eine Rolle ſpielten, theils in gewiſſer Hin⸗ ſicht Opfer dieſer Ereigniſſe wurden, und auf das Zeugniß jener Männer berufe ich mich, wenn ihnen jene Blätter zu Geſichte kommen.“


