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der dunkelgrauen Maſſe hervor. Das Waſſer ſtaute ſich an den alten Pfählen, den Treppen und den Vorſprüngen der Häuſer und murmelte eintönig. Es war der einzige Laut in der finſtern Nacht, und er drang wie Donnergetös in das Ohr des Mannes. Alle Qual der Verdammten fühlte er jetzt, wo er watend, mit den Händen fühlend, durch Waſſer und Regen ſeinen Weg ſuchte. Er klammerte ſich an das ſchlüpfrige Holz der Pfähle, um nicht zu ſinken. Er ſtand an der Treppe des Nachbarhauſes, er fühlte nach den Schlüſſeln in ſeiner Taſche, noch ein Schwung um die Ecke, und ſein Fuß berührte die Stufen der Treppe. Da, als er ſich wenden wollte, fuhr er kraftlos zurück, der gehobene Fuß ſank in das Waſſer, vor ſich auf dem Pfahlwerk üher der Fluth eine dunkle, gebückte Geſtalt. e Umriſſe des Alten Hutes erkennen, ordſa trotz der Finſter⸗ niß die häßlichen Züge eines 1eg n Geſichts. Un⸗ beweglich ſuß die Erſcheinung vor ihmt. r'fuhr mit der Hand an ſeine Augen und in die Luft, als wollte er ſie weg⸗ wiſchen. Es war keine Täuſchung, das Geſpenſt ſaß wenige Schritt vor ihm. Endlich ſtreckte das Schreckliche eine Hand aus nach Itzigs Bruſt. Mit einem Schrei fuhr der Ver⸗ brecher zurück, ſein Fuß glitt von dem Wege herunter, er fiel bis an den Hals ins Waſſer. So ſtand er im Strom, über ihm heulte dier Wind, an ſeinem„Ohr rauſchte das Waſſer immer wilder, immer drohender. Er hielt die Hände in die Höhe, ſein Auge ſtarrte noch immer auf die Erſchei⸗ nung vor ihm. Langſam löſte ſich die fremde Geſtalt von dem Balken, es rauſchte auf dem Wege, den er ſelbſt gegan⸗ gen war, das Geſpenſt trat ihm näher, wieder ſtreckte ſich
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